Gibt es den perfekten Spagat? – HANUMAN UND DER SPAGAT TEIL 2/2

Learning! Blogge erst über einen Zweiteiler, wenn du die Fortsetzung schon geschrieben hast. Als ich am Freitag in einer Yoga Stunde vor der kompletten Klasse ein Lob für meine im Spagat parallel ausgerichteten Hüften erhalten habe, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich bin euch noch einen zweiten Teil schuldig.

Practice, Practice and Magic will Happen 1

So wirklich gut klingt der Spruch “Practice, Practice and Magic will Happen” von Pattabhi Jois auf den ersten Blick nicht. Am liebsten würden wir doch mit Daumen und Zeigefinger schnipsen und prompt unser Ziel erreicht haben.

Nach meinen 30 Tagen+ täglicher Hanumanasana Praxis (Spagat)  ist mir wieder bewusst geworden, dass der Weg das Ziel ist. Wenn wir alles was wir uns wünschen jetzt sofort haben könnten, geht doch der Spaß verloren und wir wissen nicht zu schätzen was wir haben. Was meinst du dazu?

Hanuman und sein Spagat: Ein Sprung nach Sri Lanka oder von Sri Lanka?

Der Gott Hanuman – halb Affe und halb Mensch – gehört zu den Superstars der indischen Götter. Nicht nur, dass er sich einmal die Sonne in den Mund gesteckt hat, weil er sie für eine Mango hielt. Er ist auch einmal im Namen der Liebe in einem Satz von Südindien nach Sri Lanka oder andersherum gesprungen.

Bei meiner Recherche über die Geschichte des Sprungs von Hanuman habe ich verschiedene Versionen gefunden. Einmal so heißt es, springt er von Indien nach Sri Lanka um Sita, die Frau von Rama zu retten. Ein andermal wird davon berichtet, dass er eine Brücke nach Sri Lanka baut, um Sita und deren Bruder zu retten. Da Sitas Bruder aber vergiftet wurde, sprang Hanuman mit einem Satz, von Sri Lanka in den Himalaya, um die rettenden Kräuter für den vergifteten Bruder zu besorgen.

Wie man es auch nimmt, ist der Gott Hanuman in einem Spagat über eine weite Distanz von A nach B gesprungen.

Wie du deinen Spagat findest – Meine Learnings …

Die Geschichte zu Hanumanasana klingt liebevoll. Genauso solltest du auch mit deinem Körper umgehen, wenn du versucht mit parallel ausgerichteten Hüften und gestreckten Beinen dich am Boden abzusetzen.

Bevor du dich in den Spagat stürzt ist es ratsam, erstmal deine Glieder zu strecken und aufzuwecken. Denn durch den Spagat werden die Hüften, Quadrizeps und Harmstrings gedehnt und gestärkt.

Bei meiner Praxis, nehme ich mir nach einem ca. 20 Minütigen Warm Up zwei Yoga Klötze, einen Klotz pro Hand, und stütze mich auf diese ab. Das eine Bein schwinge ich nach vorne und das andere Bein bleibt hinten mit aufgestellten Zehen. Die Hüfte des ausgestreckten Beines schiebt nach hinten und die Hüfte des nach hinten gestreckten Beines schiebt nach vorne.

Erst wenn meine Hüften parallel ausgerichtet sind, lege ich den Fußrücken des hinteren Beines am Boden ab und bringe einen Klotz unter meinen vorderen Oberschenkel. Meine Hände bringe ich in Gebetsform über meinen Kopf zusammen. Mein Blick ist nach vorne ausgerichtet.

Practice, Practice and Magic will Happen 2

Auch wenn ich in diesem Leben meine Hüften im Spagat nicht zum Boden bringen werde, werde ich weiterhin diese Asana üben. Du magst dich Fragen wieso ich das mache. Das will ich dir gern gleich beantworten. Ganz ehrlich würde ich mich freuen einen perfekten Spagat, Handstand oder weitere fortgeschrittene Asanas zu beherrschen. Allerdings geht es bei der Asana Praxis nicht darum die perfekte Asana zu erreichen. Ich wage sogar zu bezweifeln, dass es diese gibt. Ich übe um des Übens willen. Es heißt ja auch nicht „ich kann Yoga“ sondern „ich übe Yoga“. 

Durch eine regelmäßige Praxis und durch kleine Schritte wird es mit der Zeit immer leichter eine regelmäßige Atmung, Mula Bahnda (Wurzerlverschluss), Intention der Yogapraxis, den Blick und Asanas zu verbinden.

Wir sehen uns auf der Matte, auch wenn wir unsere Hüften beim Spagat nicht zu Boden bekommen.

Hier gehts zum ersten Teil der 30 Day Challenge LINK.