Warum ich ohne mein Bullet Journal in der Arbeitswelt 4.0 im Chaos versinken würde?

Alle sind online. Laptop, Tablet und Smartphone. Wer braucht hier noch Papierkalender, wenn es Evernote, Google und Apple Produkte gibt, um alle Kalendereinträge und To Dos auf dem neuesten Stand zu halten? Antwort: ICH, ohne mein Bullet Journal würde ich im Chaos versinken.

Klar ist mein Smartphone im Dauereinsatz und ich verwende ebenfalls digitale Lösungen der Arbeitswelt 4.0 in meinem Alltag. Dennoch habe ich gerne eine simple, weiße Seite aus Papier vor mir, in der ich ohne festen Rahmen meine Gedanken aufschreiben und organisieren kann. Außerdem, ganz ehrlich, ab und an halte ich gerne einen Stift in der Hand und mache mir offline private Notizen oder male kleine Zeichnungen.

Was ist aber eigentlich die Arbeitswelt 4.0? Was ist ein Bullet Journal genau? Wie kann man ein Notizbuch organisiert gestalten und wieso ich selbst ohne mein Notizbuch im Chaos versinken würde erfährst du weiter unten….

Wofür steht der Begriff Arbeitswelt 4.0?

Ist dir der Ausdruck Arbeitswelt 4.0 ein Begriff? Grob gesagt beschreibt dieser den Veränderungsprozess der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter. Somit ist die Arbeit am Laptop in einem festen Arbeitsverhältnis oder in der Selbständigkeit nicht mehr zwangsläufig an einem Ort oder an fixe Arbeitszeiten gebunden. Durch digitale Tools können sich Arbeitskollegen oder Geschäftspartner problemlos vernetzen und ortsunabhängig zusammenarbeiten. Somit passt auf den ersten Blick ein Papierkalender so gar nicht in das Bild Arbeitswelt 4.0, oder doch?

Was ist ein Bullet Journal?

Kommen wir zu den Fakten. Ein Bullet Journal ist ein Notizbuch aus Papier, dass seinem Verwender ermöglicht sich selbst und individuell zu organisieren. Weiter kann es To-Do Listen, Skizzen oder auch Tagebucheinträge enthalten. Der Begriff Bullet Journal stammt von Ryder Carroll, einem in Brooklyn lebenden Produktdesigner. Das erste Mal, dass Carroll sein Organisationssystem in der Öffentlichkeit brachte war im Jahr 2014 mit dem Ziel Menschen zu helfen sich zu organisieren und gleichzeitig einen Anreiz zu geben neue Ideen zu liefern, um noch bessere Systeme zu entwickeln.

Ein klassisches Bullet Journal besteht aus leeren Seiten und Punkten, die nach Bedarf miteinander verbunden werden können, um Linien zu ziehen oder etwa Checkboxen zu setzen. Das klassische Bullet Journal wird von Leuchtturm vertrieben und ist im schwarzen, türkisen oder auch rotem Cover erhältlich. Allerdings können auch simple Notizbücher zu einem Bullet Journal umfunktioniert werden und der Markt der Bullet Journals, die aufgrund von Markenrechten Bullet Notizbücher genannt werden, boomt. Im Grunde geht es aber nicht darum von welcher Brand dein Notizbuch stammt. Denn das Bullet Journal ist vielmehr eine Methode, als ein fertiges Notizbuch mit festem Rahmen und Vorgaben.

Die Methode eines Bullet Journals besteht darin, dass es keine festen Regeln gibt. Dennoch gibt es neben den Punkten und leeren Seiten ein paar Gemeinsamkeiten: einen Index, einen Future Log, Monthly Overview, Daily Log, Habit Tracker und persönliche Notes. Hinzu kommen noch die Task Bullets, die jede Notiz einer Eigenschaft geben. So steht ein Punkt für ein To-Do, ein Strich für eine Notiz, ein Pfeil für eine verschobenes To-Do und ein X für erledigt. Weiter Symbole sind der Kreativität überlassen.

Warum ein Bullet Journal, wenn online Arbeiten so toll ist?

Für meinen Yoga und Blog Alltag nutze ich meinen Google Kalender, Google Drive und Trello. Hinzukommen noch die digitalen Tools zur Organisation wie Jira und Evernote, die ich für meinen Office Job verwende. Sie sind alle super und gerade durch die Möglichkeit die verschieden Tools miteinander zu verknüpfen macht mir den Alltag um einiges leichter.

Dennoch schlage ich morgens meinen Kalender auf und sehe mir auf einem Blick an was in dieser Woche ansteht. Mehr noch, in meinem Notizbuch habe ich einen Jahresplan, den ich pro Monat in Etappen untergliedert habe. Jeden Monat kontrolliere ich was geplant ist, was gut oder schlecht lief und passe so den folgenden Monat an, um aus meinen Fehlern zu lernen. So bleibt mein Kalender individuell und lernfähig. Weiter verwende ich pro Monat zwei bis drei Seiten für reine Notizen und notiere mir im Index die Seitenzahlen mit dem Fokus der Notizen.

Wie erstelle ich mir mein eigenes Bullet Journal? Wie nutze ich die Methode?

Mit deinem Bullet Journal kannst du jeden Tag anfangen, ob Januar, Februar oder November. Zunächst benötigst du ein leeres Notizbuch, gerne mit Punkten, eines mit Linien oder auch Karos funktioniert natürlich auch. Dennoch will ich dir gern die Punkte ans Herz legen, denn durch meine eigene Erfahrung wirst du mit Linien und Karos nur halb so zufrieden mit deinem Bullet Journal sein, als mit Punkten.

Danach beginnst du deinen Kalender in Sektionen zu gliedern und dir dabei so viel Freiheit wie möglich zu lassen. Für mein eigenes Journal bin ich auf Youtube und Pinterest auf die Suche nach Inspiration gegangen. Da mir aber die Youtube Videos zu langweilig waren habe ich mich hauptsächlich an Pinterest Images gehalten.

Index

Wo findest du was. Schreibe auf jede Seite eine Seitenzahl, um diese dann in deinen Index zu schreiben. So kannst du später ohne langem Suchen eine bestimmte Notiz leichter wieder finden.

Future Log

Plane deine nächsten 6 bis 12 Monate im voraus. Auf den ersten Seiten deines Bullet Journal teile am besten eine Seite in drei Teile, so dass aus einer Doppelseite insgesamt sechs Bereiche entstehen. Hier kannst du jedem Bereich einem Monat zuordnen und die Punkte notieren, die du im besagten Monat erreichen willst.

Monthly Overview

In der Monatsübersicht ist Platz für eine übersichtliche Darstellung der Kalendertage aber auch für Aufgaben, Events, oder auch Werte die dir für den kommend Monat wichtig sind.

Daily Log

Einig Bullet Journals haben vor dem Daily Log noch eine Wochenübersicht. Mir persönlich ist das aber zu viel Schnickschnack und ich wandere gleich zum Daily Log. Hier kannst du neben dem Wochentag, das Datum notieren. Gleich darunter kommen die Bullet Tasks. Vorgeschlagen werden Punkte, Sternchen, Kreise, Striche und Pfeile wobei jedem Symbol eine Eigenschaft zugeschrieben wird. Das tolle, an diesem System, du kannst so viele Symbole und Eigenschaften verteilen, wie du für sinnvoll erachtest.

Habit Tracker

Am Ende jeden Monats steht in meinem Kalender eine Tabel mit der Spalte ‚was lief gu’t und ‚was lief schlecht‘. Habe ich viele Tasks von einem auf den nächsten Tag verschoben? Was habe ich mit meiner Zeit angefangen? Gab es Zeit für Achtsamkeit?

Persönliches

Ob eine List mit Urlaubszielen, die nächste Ikea Shopping List oder kurze Tagebucheinträge. Überall in deinem Kalender ist Platz für persönliches.

Chaos ohne Bullet Journal?

Ein roter Faden durch den Dschungel des digitalen Zeitalters – zu meinem morgendlichen Rituale gehört es einen Blick in mein Notizbuch zu werfen. Was will ich in dieser Woche an diesem bestimmten Tag  lernen, erledigen, planen oder erreichen? Indem ich mir Notizen mache und diese sortiere, räume ich sogleich meine Gedanken in meinem Kopf auf. Sobad ich eine Task erledingt oder sortiert und somit wiederfindbar aufgeschrieben habe, kann ich den Gedanken loslassen.

Wenn du Fragen hast oder nach Tipps für dein persönliches Bullet Journals suchst schreib mir einen Kommentar unter diesem Artikel. Ich freu mich auf deine Erfahrunge, Gedanken und Meinung.