Soul Issues – Wie geht es dir wirklich?

Wie geht es dir? – Das ist eine umgangssprachliche Floskel die im Volksmund als Synonym für Hallo verwendet wird. Der Rezipient, also die angesprochene Person wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit ‚gut‘ antworten und die gleiche Frage stellen. Fertig.

Aber wie geht es dir wirklich? Weißt du eigentlich wie es dir wirklich geht?

Auf einem meiner liebsten Blogs Days of Yoga habe ich vor einer Weile einen Spruch gelesen: Gefühle sind nur etwas für die ganz Mutigen.

Aber wieso eigentlich?

Meine These: Weil du und ich Angst haben! Wovor? – Schmerzen.

Schmerzen sind Warnsignale, die dem Körper mitteilen hier geht es nicht weiter. Doch tauchen sie dann auf, wenn bereits eine erste Verletzung statt gefunden hat.

Wie sieht es mit deiner Seele jetzt aus? Jetzt, bevor es zum Schmerz kommt oder schlimmer wird?

Frag dich mal ganz ehrlich wie es dir geht. Fühlt sich alles gut an? Prima! Wunderbar und weiter so!

Fühlt sich etwas komisch an? Was fühlt sich komisch an? Hast du bereits mit einer vertrauten Person darüber gesprochen?

Gerne greifen du und ich erst dann zur Hilfe, wenn es bereits zur Explosion gekommen ist. Ich kenne das. Ich bin oder besser ich war darin eine Heldin, wenn es darum ging Gefühle zu verdrängen.

Als ich erfahren habe, dass meine älter Schwester Krebs hat bin ich davon ausgegangen, dass ich einen weiteren Verlust, nachdem ich bereits meinen Vater durch seine Krebserkrankung verloren habe nicht aushalten werde und habe mein Herz einfach zu gemacht. Mein Herz war jahrelang zu und immer dann, wenn ich in Stressstiutationen gekommen bin, ist es ein Stück aufgebrochen.

So ging es mir etwa zum Ende meines Studiums bedingt durch den Prüfungsstress äußerst schlecht. Ich hatte mich sozial isoliert, niemanden an mich herangelassen und bin einmal beim Einkaufen in einem Drogeriemarkt in Tränen ausgebrochen. Einfach so ohne direkte Ursache.

Meine Medizin

Yoga, Laufen im Park und das Aufschreiben meiner Gefühle und natürlich auch das Zulassen von Tränen haben mir geholfen. Natürlich hätte ich auch eine Therapie beginnen können, aber zu diesem Zeitpunkt wollte ich keinen Menschen an mich heranlassen.

Trauerarbeit: Liebe anstatt Traurigkeit

Vielleicht ist mein persönliches Schicksal eventuell zu extrem, um meinen Standpunkt zu verdeutlichen.

Trauerarbeit ist ein langwieriger Prozess und kann nach wissenschaftlichen Studien gut 10 Jahre dauern. Dabei geht meine These eher in die Richtung, dass Trauerarbeit nie aufhört. Dennoch können Du und ich lernen mit der Trauer umzugehen und sie in etwas Gutes wandeln. So habe ich es über jahrelange Arbeit geschafft größtenteils fröhlich zu sein und Liebe zu spüren, wenn ich an meine verstorbene Schwester oder meinen Vater denke anstatt darüber traurig zu sein sie nicht mehr umarmen zu können.

Gefühle verdrängen oder Schmerzen betäuben

Gefühle zu verdrängen ist keine Lösung! Früher oder später wollen sie raus sonst fressen sie dich innerlich auf. Anders, du bist so verzweifelt, dass du für deine Seele und deinen Körper falsche Entscheidungen triffst. Dich eventuelle ungesund ernährst, zu legalen oder illegalen Drogen greifst oder dich bis zum Burnout in Arbeit stürzt, um nicht zu Fühlen beziehungsweise den Schmerz zu betäuben.

Was fühlst du? Und wie geht es dir dabei?

Es gibt nicht die eine ideale Herangehensweise. Du und ich müssen unseren eigenen Weg finden Gefühle zuzulassen. Dabei gibt es auch kein Zeitlimit oder irgendeinen Druck! Nimm dir Zeit, such dir etwa einen Ort der Stille und hör dir selbst zu, hör in dich hinein.

Was sagt dein Herz? Was sagt dein Gefühl? Halte die Stille aus und sei geduldig mit dir selbst.

Sei ehrlich zu dir selbst und fange an darüber zu reden, schreibe deine Gedanken auf oder fange an zu zeichnen. Werde kreativ.

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Willst du über Gefühle reden? Schreibe doch einen Kommentar unter den Artikel oder eine private Email an writeme@reifffuersleben.de.

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